Beim Sauensäger in Blockhausen

Der “Sauensäger” von Blockhausen

by Peter

Mit ein paar grauen Wolken aber jeder Menge Vorfreude im Gepäck, geht es für mich nach Blockhausen. Das Zuhause des sogenannten Sauensägers ist ein Erlebnisareal mit vielen handgemachten Überraschungen. Mehr dazu gleich – denn allein die Fahrt dorthin ist schon ein paar Zeilen wert.

Tiere, Menschen und Erzählenswertes

Ich kann euch gut verstehen, wenn ihr sagt: „Das Arzgebirg ist etwas ganz Besonderes“. Schon die Autofahrt Richtung Blockhausen kommt mir wie eine kleine Alltagskur vor. Am Straßenrand blühen Rapsfelder und erleuchten so die Landschaft, trotz trübem Himmel. Pusteblumen scheinen zu rufen: „Hier her – lass uns fliegen“. Natürlich komme ich dem Ruf nach und halte kurz für ein Päuschen. Nicht ohne auch die Aussicht über die Täler und die hohen Berge im Hintergrund mit meinem Smartphone einzufangen. Wirklich wie ein Kurzurlaub mitten in der Woche. Keine 100 Meter weiter liegen Schafe im Gras und genießen scheinbar wie ich die gute Luft. Und auch die Pferde auf der gegenüberliegenden Koppel haben ihre Freude an etwas Auslauf. Ihr könnt wirklich stolz auf so eine Heimat sein.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Waldweg

Das eigentliche Ziel des heutigen Ausfluges liegt aber noch ein paar Minuten vor mir. In Blockhausen – gelegen in Dorfchemnitz – kann man unter anderem den längsten Tisch aus einem Stück bewundern. Genau 39,8 Meter misst das gute Stück. Es wurde, wie etliche kunstvolle und teilweise mehrere Meter große Holzskulpturen, vom Europameister im Kettensägen Andreas Martin gefertigt. Auch bekannt als Sauensäger, wegen der Schweineskulpturen, die ihn in der Szene weltberühmt gemacht haben. Doch bevor ich das alles sehen darf, habe ich noch einen knackigen Spaziergang vor mir: Ins Navi habe ich ganz zuversichtlich „Blockhausen“ eingetippt. Angekommen bin ich dann auf einem Parkplatz mitten im Wald. Das Navi verrät: Du bist am Ziel. Außer einem Wegweiser sehe ich aber nix. Der führt direkt in den Wald und darauf steht: „Blockhausen → 1,5 km“. Dass der Weg sich aber noch dreimal gabelt, macht die Sache nicht einfacher. Tatsächlich verlaufe ich mich kurz im Wald und werde von einer der umstehenden Figuren ganz schön erschrocken. Nach 30 Minuten Irrweg durch den Wald höre ich plötzlich Kettensägengerassel – ich komme meinem Ziel näher.

Zufällig den zukünftigen Weltmeister gesehen

Tatsächlich – ich bin angekommen. Ein großes Areal mit gewaltigen Holzhütten, die für Veranstaltungen genutzt werden können, ein großer Abenteuerspielplatz und viele nette Menschen erwarten mich. Denn was ich erst jetzt erfahre: Es sind gerade die alljährlichen Kettensägen-Weltmeisterschaften im Gange. Künstler aus Japan, Amerika, Chile, Norwegen, Österreich und vielen weiteren Nationen sind angereist, um den besten unter sich zu küren. Unglaublich, was diese Damen und Herren aus einem Baumstamm zaubern können. Von Waldfeen über dicke Männer bis hin zu liebevollen Tiergestalten lassen die Teilnehmer echte Fantasiewelten aus Holz entstehen. Sehr beeindruckend – auch das ganze Gelände ist mit skurrilen, witzigen und detailgetreuen Figuren und Skulpturen nahezu gespickt. Manche entdeckt man erst auf den zweiten Blick. Fast wie Ostern für Erwachsene. Lange schlendere ich über das Gelände, bis die Sonne, die tatsächlich zum Tagesabschluss noch einmal kurz „Hallo“ sagt, sich unaufhaltsam dem Horizont nähert. So muss ich den Rückweg zum Auto wieder antreten, bevor es dunkel wird.

Eines ist aber gewiss: Ich werde mit viel Zeit, einer festen Routenplanung und noch mehr Vorfreude wieder zurückkommen. Wer kommt mit mir in Blockhausen wandern?

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